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Unangekündigte Abholzungen sorgen in Weisendorf für Verdruss

Grüne forden bessere Informationspolitik – Waren die Fällungen alternativlos?

Weisendorf. In Anbetracht der fortschreitenden Klimakatastrophe reagieren Bürgerinnen und Bürger zunehmend alarmiert, sobald irgendwo Ketttensägen zu hören sind. So war es auch am Donnerstag, als in Folge von Baumfällaktionen an beiden Ufern des Mühlweihers in Weisendorf bei mehreren Mitgliedern der Grünen die Handys läuteten. Besorgte, verärgerte und empörte Anrufer wollten wissen, wer die Fällungen in Auftrag gegeben hatte.

Die Klärung des Sachverhalts, so Gemeinderätin Christiane Kolbet, erwies sich als erstaunlich langwierig. Weder konnte die Geschäftsleitung in der Verwaltung am Donnerstagnachmittag Auskunft geben noch wusste der zweite Bürgermeister, der den erkrankten Bürgermeister vertritt, Bescheid. Erst am Freitagvormittag war vom Ordnungsamt eine Auskunft erhältlich.

Da die Verlandungen im Mündungsbereich der Seebach in den Mühlweiher zu Überschwemmungen am Oberlauf von Seebach und Sauerheimer Graben führten könnten, sei man zum Handeln gezwungen, so die Auskunft des zuständigen Mitarbeiters. Die Baumfällungen im Uferbereich seien der Auftakt der Maßnahme. 

Auch wenn sich der Sachverhalt schlüssig darstelle, so die Grünen, wäre es gut, die Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld mit ein paar wenigen Zeilen im „Amtsblatt“ zu informieren. Die Frage, ob ein weniger radikaler Eingriff nicht auch schon den Zweck erfüllt hätte, bleibt, angesichts der geschaffenen Tatsachen, nun offen. Im Vorfeld Fachleute hinzuzuziehen und die Maßnahme, auch in Sachen Natur- und Landschaftsschutz, zu bewerten, wäre bei der Schönheit und Bedeutung der Weiherlandschaft sicher angebracht.